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Haghpat - (c) Nils-Christian Engel

Klöster Sanahin und Haghpat

Haghpat
Im Kloster Haghpat

Das tief eingeschnittene Flusstal des Debed in Nordarmenien markiert eine Achse, die von der Provinzhauptstadt Vanadzor nach Norden auf Georgien zuläuft. Entlang alter Handelswege reihen sich in dieser Region Klöster und Kirchen auf, die im Hochmittelalter wichtige geistige und religiöse Zentren Armeniens darstellten. Es ist die Zeit des bagratidischen Königreichs, das in seiner Hauptstadt Ani die armenische Kultur und gerade auch ihre Architektur zu einem historischen Höhepunkt führte. Ani, die mythische Stadt, liegt heute auf der türkischen Seite der unüberwindbaren Staatsgrenze. Einige Rundreiseprogramme nehmen den Umweg über Georgien und erlauben es, die Mutter dieser Architekturbewegung und ihre Töchter zu besuchen.

Sanahin
Inschrift im Kloster Sanahin

Auf dem exponierten Hochplateau über der Stadt Alaverdi liegen die Klöster Sanahin und Haghpat. Die Fahrt aus der Debed-Schlucht hinauf ist trotz der gut ausgebauten Straßen immer noch ein Landschaftserlebnis der besonderen Art. Beide Klöster waren Stiftungen des legendären Herrschergeschlechts der Bagratiden. Das etwas jüngere Haghpat stand lange Zeit etwas im Schatten der königlichen Residenz Sanahin, beide Anlagen repräsentieren aber die Blüte der Klosterbaukunst im 10. und 11. Jahrhundert. Aus dem Reichtum der Architektur und Bauplastik Sanahins sei an dieser Stelle besonders die Bibliothek hervorgehoben. Die Geometrie ihres quadratischen Grundrisses, der von über Eck laufenden Gurtbögen in die Kuppel hinein aufgehoben wird, vermittelt den Eindruck einer unvergleichlichen Harmonie. Etwas mehr Zeit sollte man sich für diesen dunklen, nur durch ein Oberlicht erhellten Raum nehmen und dabei auch die prachtvollen Reliefbänder ausgiebig genießen. Wahrzeichen von Haghpat ist der Glockenturm, ein gewagter Bau des 13. Jahrhunderts. Ein Besuch dieses Klosters sollte aber nicht nur an die goldene Zeit des Königreichs von Ani erinnern, sondern auch an den armenischen Nationaldichter Sajat Nova, der sich im 18. Jahrhundert in den Schutz dieser Mauern zurückzog. Wer mit der fremdartigen orientalischen Bildwelt seiner Lieder vor der Reise nicht zurecht gekommen ist, hier hat er gute Gelegenheit, sie noch einmal hervorzuholen.

Mehr Informationen

über Sanahin und Haghpat in Rediscovering Armenia (englisch) ...



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