
Armenien-Info
Stichwortartige Länderinfo in alphabetischer Reihenfolge – wichtige Reiseinformationen haben wir in der rechten Spalte zusammengefasst.
Adressen
Botschaft der Republik Armenien in Deutschland
Nussbaumallee 4
14054 Berlin
Tel.: +49 30 405 09 10
Fax: +49 30 40 50 91 25
armemb@t-online.de
Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Armenien
29 Tscharenz Street
Jerewan
Tel.: 00374 1 52 32 79, 52 45 81
Fax: 00374 1 52 47 81
info@eriw.diplo.de
Website: www.eriwan.diplo.de
An- und Abreise
siehe unsere Sonderseite Flüge Armenien
Einreisevorschriften
siehe unsere Sonderseite Visum Armenien
Einwohnerzahl und Bevölkerungsdichte
Nach offiziellen Angaben zählt Armenien 3,0 Mio. Einwohner mit einer durchschnittlichen Bevökerungsdichte von ca. 101 Einwohnern/km². Die wirkliche Einwohnerzahl ist wegen der starken Migrationseinflüsse (s.u.) jedoch wesentlich niedriger, aktuelle und verlässliche statistische Untersuchungen liegen allerdings nicht vor. Bezogen auf die Gesamtbevölkerung leben etwa zwei Drittel der Armenier in den Städten, ein Drittel auf dem Land. Allein für die Hauptstadt Eriwan werden rund 1,2 Millionen angegeben. Zwei weitere Städte über 100.000 Einwohner sind Gyumri (ca. 210.000) und Vanadzor (ca. 170.000), insgesamt 13 Städte bewegen sich zwischen 24.000 und 65.000 Einwohnern.
Ethnien und Demographie
Migrationsbewegungen haben die Bevölkerungsstruktur Armeniens stark verändert; dafür sind vor allem Flucht und Vertreibung während des Karabakh-Konflikts verantwortlich sowie die Wirtschaftskrise nach dem Ende der UdSSR. Armenien ist heute ein weitgehend monoethnisches Land mit einer alternden Gesellschaft. 1979 machten die ethnischen Minderheiten noch 10,3% der Gesamtbevökerung in der Armenischen SSR aus; heute sind es weniger als 5%. Zu ihnen zählen Russen, Kurden, Jesiden, Ukrainer, Assyrer, Griechen, Juden und auch Deutsche. Das natürliche Bevökerungswachstum war 1999 um 22,8% rückläufig, und von 1999-2001 sank die Geburtenrate weiter von 9,6 auf 8,4 Geburten pro tausend Einwohner.
Feiertage
Einige kirchliche Feiertage sind nach dem julianischen Kalender festgelegt und fallen daher auf unterschiedliche Daten des gregorianischen Kalenders; sie sind in dieser Übersicht nicht berücksichtigt.
| 31. Dez.-1. Jan. | Silvester - Neujahr |
| 6. Januar | Weihnachten |
| 28. Januar | Tag der Armee (Arbeitstag) |
| 8. März | Frauentag |
| 7. April | Tag der Mutterschaft, Schönheit und Liebe (Arbeitstag) |
| 24. April | Gedenktag der Opfer des Völkermordes von 1915 |
| 1. Mai | Tag der Arbeit |
| 8. Mai | Tag der Verteidiger des Vaterlands (Arbeitstag) |
| 9. Mai | Tag des Sieges und des Friedens |
| 28. Mai | Tag der Republik |
| 1. Juni | Tag der Kinderrechte (Arbeitstag) |
| 5. Juli | Tag der Verfassung |
| 1. September | Tag der Wissenschaft und der Literatur (Arbeitstag) |
| 21. September | Tag der Unabhängigkeit |
| 7. Dezember | Gedenktag der Opfer des Erdbebens von 1988 |
Gesundheit
siehe unsere Sonderseite Gesundheit Armenien
Hauptstadt
Jerewan (arm. Երևան, engl. Yerevan)
Klima
Stark niederschlagsarmes Kontinentalklima mit heißen und trockenen Sommern sowie kalten Wintern. Regional bestehen große klimatische Unterschiede, bedingt durch die starke landschaftliche Gliederung. Die Durchschnittstemperatur im Januar beträgt -6,8° C mit Extremen bis -30° C, im Juli +20,8° C mit Extremen bis +43° C.
Kommunikation
Die telefonische Kommunikation gestaltet sich für Reisende außerhalb Jerewans oder der größeren Städte mitunter kompliziert. Öffentliche Telefone sind im übrigen Land nicht gerade dicht gesät, und der Kontakt zum GSM-Netz ist in der gebirgigen Landschaft alles andere als flächendeckend. Zudem sind die Roaming-Möglichkeiten nur begrenzt. Auskunft erteilen die deutschen Mobilfunkbetreiber, wenn auch zuweilen erst auf hartnäckige Nachfrage. Tipp: Die besten Erfahrungen macht man aktuell mit o2.
In Jerewan stellen die immer gut besuchten Internet-Cafes einen sicheren Draht nach Hause dar. Dort kann man auch übers Netz telefonieren, was meistens wesentlich günstiger ist als die Auslandstarife der Telefongesellschaften. Manchmal hat man dabei auch Gelegenheit, mit sich selbst zu telefonieren ... ;-)
Kultur und Religion
Armenien ist eine alte Kulturnation mit einer langen Geschichte, die die typischen Stilformen der Künste, Kunsthandwerke und Architektur bis heute prägt. In der UdSSR war Armenien ein wichtiger Technologiestandort, was den hohen Bildungsstand breiter Bevölkerungsschichten mit begründet. Viele Armenier haben über das Russische hinaus gute Fremdsprachenkenntnisse (Englisch, Französisch und auch Deutsch), bedingt u.a. durch die vielen internationalen Verbindungen in die armenische Diapora. Gesellschaftlich ist die Familie von sehr hoher Bedeutung, sie schließt auch in aller Regel die großen Lücken der staatlichen Sozialsysteme. Die nationale Identität der Armenier ist eng mit der Armenischen Apostolischen Kirche verbunden, das gilt sowohl für die Republik als auch für die Diaspora. Die Sowjetzeit hat diese Institution zwar von außen betrachtet nur wenig beschädigt, was sich u.a. an der nach wie vor dominierenden Kirchenmitgliedschaft ablesen lässt. Natürlich hat aber die religiöse Bildung stark gelitten, so dass die nationale Symbolkraft der Liturgie und der Kirchenbauten zuweilen ihre religiöse Bedeutung überlagert. Eine sehr große Rolle für die innere Verfassung der armenischen Gesellschaft spielt schließlich die Erinnerung an den Völkermord an den Armeniern im osmanischen Reich während des ersten Weltkriegs.
Lage (geographisch)
Südwest-Asien, auf der Landbrücke zwischen Schwarzem und Kaspischem Meer. Die heutige Republik Armenien erstreckt sich zwischen 38° 50′ bis 41° 18′ nördlicher Breite und 43° 27′ bis 46° 37′ östlicher Länge. Das Gebiet entspricht dem nordöstlichen Teil des historischen „Armenischen Hochlandes“.
Landesgrenzen
insgesamt 1.254 km, davon
- 164 km mit der Republik Georgien im Norden
- 566 km mit der Republik Aserbaidschan im Osten
- 35 km mit Iran im Süden
- 221 km mit der autonomen Region Nachitschewan (zu Aserbaidschan) im Südwesten
- 268 km mit der Türkei im Westen
Landesname
Republik Armenien (arm. Հայաստանի Հանրապետության)
Landesgröße
29.743 km² (etwas kleiner als Belgien und etwas größer als das Bundesland Brandenburg). Die größte Ausdehnung beträgt 360 km von Nord-West nach Süd-Ost, in West-Ost-Richtung werden max. 200 km erreicht. Ehemals kleinste Sowjetrepublik mit 0,1% der Gesamtfläche der UdSSR.
Landschaft
Armenien ist ein Gebirgsland mit einer stark gegliederten Landschaft vulkanischen Ursprungs. Den Nordosten des Landes bestimmt die Gebirgskette des Kleinen Kaukasus. Der tiefste Punkt liegt in der Schlucht des Debed (390 m ü.d.M.), der höchste Punkt ist der Gipfel des Aragats (4.090 m ü.d.M.). Vier weitere Gipfel sind über 3.500 m hoch. Im Südwesten erstreckt sich die fruchtbare Tiefebene des Ararat, entlang des armenisch-türkischen Grenzflusses Arax. Die Oberfläche gliedert sich in
- 46,8% landwirtschaftlich genutzte Fläche,
- 34,9% Gebirge, Hochebenen und sonstige Formen,
- 12,7% Wald und
- 5,6% Wasserfläche.
Unter den vier größeren Seen sticht der Sewan-See heraus, ein Naturwunder auf rund 1.900 m Meereshöhe, das mit ca. 940 km² fast doppelt so groß ist wie der Bodensee. Darauf folgen der Arpi-See (22,0 km², 2.025 m ü.d.M.), der Akna-See (0,53 km², 3.030 m ü.d.M.) und der Sev-See (2,0 km², 2.666 m ü.d.M.)
Politik und Verwaltung
Armenien ist seit der Unabhängigkeitserklärung vom 21. September 1991 eine demokratische Republik. Der Präsident hat eine dem französischen Modell vergleichbare starke Stellung. Im selben Jahr erfolgte der Beitritt zur GUS, im März 1992 zu den Vereinten Nationen. 2001 wurde Armenien Mitglied des Europarats, 2003 der Welthandelsorganisation.
Die wichtigsten politischen Themen der jungen Republik sind die Überwindung der Wirtschaftskrise nach dem Ende der Sowjetunion, der Konflikt mit Aserbaidschan um die autonome Republik Nagorno-Karabakh und nicht zuletzt die Lage des politischen Systems selbst. Armenien leidet unter den typischen Problemen vieler ehemaliger Sowjetrepubliken, fast keine Wahl erreichte zufrieden stellende demokratische Standards, Korruption spielt immer noch eine zu große Rolle.
International hat das Land noch nicht zu einer stringenten Politik gefunden, was vor allem am gestörten Verhältnis zur Türkei und dem wechselhaften Engagement Russlands in den Nationalitätenkonflikten der Region liegt. Mit immenser ausländischer Finanz- und technischer Hilfe hat Armenien Verbesserungen seiner Infrastruktur erfahren, die auch einen wichtigen Beitrag zur inneren Sicherheit leisten. Gerade im Vergleich mit anderen GUS-Staaten befindet sich das Land also auf einem guten Weg.
Verwaltungsmäßig gliedert sich die Republik in 11 Distrikte („Marze“), darunter die Hauptstadt als eigener „Marz“.
Reisezeit
Frühling und Herbst – die besten Monate sind April bis Juni und September bis November. Der Frühling besticht vor allem durch die in voller Blüte stehende Natur; wer seine Reisetermine so legen kann, dass er zum Osterfest (orthodoxer Termin) im Land ist, sollte einen ausführlichen Besuch der Liturgie einplanen. Im Herbst ist ein großer Teil des Landes durch die Sommerhitze ausgetrocknet, die Landschaft erscheint (abgesehen von den Mischwäldern im Norden) karger und bietet ein beeindruckendes Farbenspiel. Zudem kommt man in den Genuss der erstklassigen frisch geernteten Früchte aus Feld und Garten.
Sicherheit
siehe unsere Sonderseite Sicherheit Armenien
Sprache
Armenisch – ein eigener Zweig der indoeuropäischen Sprachen mit eigenem Alphabet. Armenisch ist Amtssprache, wichtigste Fremdsprache Russisch; durch die engen Kontakte in die armenische Diaspora verfügen sehr viele Menschen aber auch über hervorragende Englisch- und Französischkenntnisse. Deutsch wird ebenfalls durchaus gesprochen, Deutschunterricht hat eine lange Tradition an armenischen Schulen.
Verkehr
Das Eisenbahnnetz Armeniens spielt für den innerstaatlichen Personenverkehr keine nennenswerte Rolle. Der öffentliche Personenverkehr in Yerevan ist recht gut ausgebaut und stützt sich auf Metro, Oberleitungsbusse, Straßenbahn und die berühmten Marschrutnij-Sammeltaxis. Die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel wird Touristen allerdings dadurch erschwert, dass die Fahrzeuge in der Regel nur armenisch beschriftet sind. Im Überlandverkehr werden diesel- oder gasgetriebene Busse eingesetzt. Die Fahrzeuge haben ihre besten Zeiten lange hinter sich, sind aber für abenteuerlustige Reisende durchaus zu empfehlen. Die vielen Steigungen machen den Motoren tüchtig zu schaffen und führen zu einer idealen Reisegeschwindigkeit irgendwo zwischen Fußgänger und Fahrrad, bei der man intensive Landschaftseindrücke sammeln kann. Zuletzt werden aber sowohl Reisegruppen als auch Einzelreisende auf den Individualverkehr mit PKW, Minibus oder Bus angewiesen sein. Die internationalen Autovermieter sind in Armenien etwas unterrepräsentiert, so dass man sich auf die Dienste der Incoming-Agenturen verlassen sollte. Angesichts der Straßenverhältnisse in Armenien ist die Inanspruchnahme eines Chauffeurs wohlwollend zu prüfen. Dabei befindet sich das Straßennetz insgesamt in einem vergleichsweise guten Zustand, allerdings mit einer deutlichen Abstufung von der Hauptstadt in die Regionen hinein. Die Internationale Bank für Wiederaufbau und Entwicklung, die Weltbank und die amerikanische Lincy-Foundation haben insgesamt rund 100 Millionen US-Dollar an Krediten für den Straßenbau zur Verfügung gestellt.
Währung
1993 löste der Dram („Geld“) den sowjetischen Rubel als nationale Währung ab. Nach einem dramatischen Wertverlust von 20,-- auf 400,-- AMD pro USD unmittelbar nach der Einführung stabilisierte sich die Währung langfristig. Nach der Freigabe des Wechselkurses am 3. März 2009 brach der Kurs um rund 30% ein und bewegt sich zur Zeit um 500,-- AMD für 1 EUR. Über die aktuellen Raten können Sie sich auf der Website der Central Bank of Armenia informieren.
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